Nicht immer geht schlechte Architektur, die banal, langweilig und austauschbar ist, auf das „Konto“ des jeweiligen Bauherren. Oft ist es gar keine Frage von höheren Baukosten, die einen Investor davon abhalten, seine Fassade abwechslungsreicher zu gestalten, denn die Mehrkosten dafür sind mit 1-2 % recht überschaubar, der Gewinn, den eine lebenswerte Umgebung für die Immobilie bedeutet, oft größer. Viele Stadtplanungsämter und auch Architekten sind schlicht überfordert mit der Aufgabe, lebendige neue Stadträume zu planen, denn Stadtbaukunst als zusammenhängende Disziplin wird in der Ausbildung kaum noch gelehrt. Stadtplaner lehnen häufig auch aus ihrer im Studium erlernten Einstellung heraus größere Fassadenvielfalt ab, da dies in ihren Augen rückwärtsgewandt und „historisch“ sei. Nein, ein neues, modernes Gebäude muss immer kühl, sachlich, möglichst schnörkellos daherkommen, an diesem Paradigma zu rütteln, fällt nach wie vor schwer. Die städtebaulichen Folgen eines solchen Denkens der Planer haben alle Bürger zu tragen: In Gestalt kühler, wenig lebenswerter Stadträume.
Gemeinsam mit anderen baukulturell engagierten Bürgervereinen schlägt der Berliner Ortsverband von Stadtbild Deutschland eine stärkere Bezugnahme auf die historische Bebauung bei der Architekturplanung am Molkenmarkt in der historischen Mitte Berlins vor. Hier die Mitteilung der Allianz der baukulturell engagierten Berliner Bürgervereine vom 4.11.25: Mehr als nur Folklore: historische Bezüge in der Architektur für den Molkenmarkt So eine Chance i...
Sehr geehrte Damen und Herren in Politik, Medien und Öffentlichkeit, In Deutschland wird derzeit heftig über das „Stadtbild“ gestritten. Doch während sich Politiker über Menschen, Migration und Kriminalität austauschen, gerät das eigentliche, architektonische Stadtbild völlig aus dem Blick: das, was wir täglich sehen, wenn wir durch unsere Straßen gehen – Fassaden, Plätze, Architektur. Genau dafür möchten wir als Stadtbild Deutschland e. V. die Debatte...
Nach jahrelanger, auch coronabedingter Pause fand dieses Jahr endlich wieder – neben unserer „offiziellen“ Jahreshauptversammlung – ein Stadtbildtreffen statt, das allen Stadtbild-Initiativen in Deutschland offen steht und traditionell in der Altstadt von Frankfurt am Main stattfindet. Solche Veranstaltungen sind immer eine gute Gelegenheit, sich mit anderen Experten auszutauschen und gemeinsam Probleme zu erörtern. Dieses Jahr fand das Treffen am 27. ...
Erstmalig war Stadtbild Deutschland am 19.September zur Landespressekonferenz eingeladen, bei der es nur ein Thema gab, nämlich die Präsentation des Siegerentwurfs im Architektenwettbewerb zum Wiederaufbau der Bornplatzsynagoge in Hamburg. Passend dazu fand diese Veranstaltung ausnahmsweise im Joseph-Carlebach-Bildungshaus (ehemals Talmud-Tora-Schule) statt, wo der Oberbaudirektor Franz-Josef Höing nach einführenden Worten aus Politik und Jüdischer Gem...
von Gerd JückstockViel wurde in den vergangenen Jahrzehnten über die weltweit beachtete Rekonstruktion der Warschauer Altstadt in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts geschrieben. Anlass für einige Mitglieder des Ortsverbands Hamburg von Stadtbild Deutschland sich ein eigenes Bild davon zu machen, darunter die Ortsverbandsleiterin Etta Ehlers und der stellvertretende Bundesvorsitzende Gerd Jückstock.Sehr hilfreich bei der Erkundung der rekonstruierten...