Das „Gebäude des Jahres 2025“ ist ein neues Fachwerkhaus in Erfurt!

Es ist wieder soweit. Die Mitglieder des Vereins haben sich für ein Gebäude des Jahres entschieden. Dieses Jahr geht der Preis nach Erfurt, an die Bauherren Tobias, Fabian, und Gero Pappe.

Das Haus zum grünen Löwen in Erfurt ist das Gebäude des Jahres 2025

Das „Haus zum grünen Löwen“, Gotthardtstraße 49 in Erfurt, ist ein völlig neu errichtetes Wohnhaus in Fachwerkbauweise. In Anlehnung an die alte Gebäudestruktur, die noch zu DDR-Zeiten abgerissen wurde, entstand auf dieser Brachfläche ein Neubau, der – da er sich so gut in die historische Umgebung einfügt – als solcher erst einmal gar nicht zu erkennen sein wird.  Nach dem Vorbild der Erfurter Renaissance wurde hier historische Bauweise und Gestaltung mit modernem Wohnkomfort verbunden. Die Fenster und Türen des Erdgeschosses erhielten eine Sandsteineinfassung, während die oberen Etagen als Fachwerkkonstruktion mit Auskragung und profilierten Balkenköpfen entstanden. Der Name des Vorgängerbaus wurde als Erinnerung übernommen. Anders als etwa bei den Fachwerk-Rekonstruktionsprojekten in Frankfurt ist hier auch wirklich echtes Fachwerk als tragendes Element verwendet worden, somit ist das Haus zum grünen Löwen auch ein Musterbeispiel für Authentizität. Der Verein möchte damit die Bauherren Tobias, Fabian und Gero Pappe ehren, die mit ihrer Firma, Holzbau Gebrüder Pappe GmbH, das Gebäude errichtet und ausgebaut haben, ebenso das Architekturbüro Daniel Neuer aus Herrnhut, das den Entwurf und die Genehmigungsplanung durchgeführt hat. Daniel Neuer hatte bereits 2019 schon einmal für das Gymnasium Herrnhut den ersten Preis erhalten.

Platz 2: Kirchgasse 8 in Eltville am Rhein

Der zweite Platz unserer diesjährigen Wahl geht nach Eltville am Rhein, zum Projekt „Kirchgasse 8“, Bauherr Jökel Bau GmbH & Co. KG, Entwurf M&P Architekten. Während der Kernbestand des denkmalgeschützten Anwesens des Langwerther Hofes aufwändig restauriert und modernisiert wurde, begann auch der Bau des Ensembles an der Kirchgasse. Dieses besteht optisch aus drei Gebäuden und doch ist es Eines. Die Weinhalle aus den 1980er Jahren ist einem auf das Gesamtkonzept des Langwerther Hofes abgestimmten Neubau gewichen, bei dem Feingefühl für die Umgebung gefragt war. Das entstandene Ensemble wurde eng mit dem Landratsamt für Denkmalpflege und der Stadt Eltville abgestimmt und passt sich wunderbar ein.

Platz 3: Lorenzstraße 9a in Berlin Lichterfelde

Der dritte Platz geht an einen Neubau in Berlin-Lichterfelde, Lorenzstraße 9a von Stuhlemmer Architekten, Bauherr MG Invest Berlin GmbH. Das Haus reflektiert den für den Bezirk typischen Baustil der Gründerzeit. Passend zur nicht zerstörten Bebauung dieser Straßenkreuzung wurde die Eckbetonung mit Turmaufsatz bei dieses Wohn- und Geschäftshaus (mit 11 Wohneinheiten und zwei Gewerbeeinheiten) übernommen, um ein stimmiges städtebauliches Gesamtbild zu erzielen. 

Alle drei Sieger wünschen die Anbringung einer Gravurtafel an der Fassade, die genauen Termine werden noch bekanntgegeben.

Geehrt werden soll mit diesem Preis ausdrücklich auch immer der Mut der Bauherren und jeweiligen Architekten, sich – oft gegen die Widerstände in mancherlei Baubehörden gegen angeblich „historisierendes“ Bauen – dennoch für diese dem Ort angemessene Architektursprache entschieden zu haben. Alle drei Preisträger zeigen exemplarisch besonders eindrucksvoll, dass gute Architektur keine Brüche erzeugen muss, um Beachtung zu finden, dass sich auch heutige Neubauten harmonisch in eine bestehende Innenstadt einfügen können und eine moderne Nutzung mit ansprechender Gestaltung keine Widersprüche sind.

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