Ortsverband Köln bedauert Stopp der Neubaupläne von Rolex

Stellungnahme des Ortsverbandes Köln zu den Sanierungsplänen von Rolex am Bahnhofsvorplatz:

Im Sommer letzten Jahres war bekannt geworden, dass Rolex seine Zentrale an der Domprobst-Ketzer-Straße abreißen und neu errichten wollte. Anfang Februar kam dann die Kehrtwende: Das Gebäude soll nun doch saniert werden.

Dabei hatte Rolex in seiner Stellungnahme im vergangenen Jahr einige Schwächen des Gebäudes selber aufgezählt: Es habe eine „unanständige Nähe zur Kirche“, einen „maroden und ungepflegten Eindruck“, ebenfalls sah man die „verwaisten und nutzlosen Galerien“ als problematisch an.

Wir können uns dieser Wertung nur anschließen. Das Bauwerk dürfte zu den schlimmsten Bausünden der Innenstadt gehören, in seiner Form und Materialität wirkt es düster, erdrückend und menschenabweisend. Umso negativer wirkt es im Kontrast zu seiner Nachbarin, der barocken Kirche St. Mariä Himmelfahrt. Im Kontext dieser Nachbarschaft hätte der jetzige Bau schon alleine wegen seiner Höhe niemals genehmigt werden dürfen.

Eine zusätzliche Brisanz hat die zentrale Lage des bisherigen deutschen Rolex-Hauptquartiers: Laut der deutschen Bahn passieren täglich 180.000 Passanten den Kölner Hauptbahnhof und auch der Dom liegt mit seinen 6 Millionen jährlichen Besuchern in direkter Nachbarschaft.

Vor diesem Hintergrund wäre eine attraktive Neubebauung des Areals ein wichtiger Schritt für eine Verbesserung der architektonischen Reputation Kölns gewesen. Der Ortsverband Köln hatte Rolex hierfür Entwürfe zugesendet, die wir hier veröffentlichen wollen.

Der Bahnhofsvorplatz heute
So könnte es aussehen, wenn man sich die Vorgängerbebauung zum Vorbild nehmen würde
Die Ecke Marzellenstra8e/Domprobst-Ketzer-Straße heute
So könnte eine mögliche Neugestaltung aussehen

Wir zeigen mit unseren Visualisierungen, wie ein Rückgriff auf die historische Vorgängerbebauung das Stadtbild im Vergleich zu heute aufwerten würde. Sowohl die Formen als auch die reduzierte Höhe würden wieder ein stimmiges Gesamtbild mit der benachbarten Kirche ergeben. Die beiden Türme an den jeweiligen Straßenecken würden die Architektur der Kirche aufnehmen und weitertragen, anstatt sie wie das heutige Gebäude optisch zu erdrücken. Die größte und schönste Barockkirche Kölns sollte eine Nachbarschaft haben, die auf sie Rücksicht nimmt!

Wir hoffen, dass Rolex das Bestandsgebäude nur rudimentär ertüchtigt und ein Abriss in wenigen Jahren bei einer verbesserten Wirtschaftslage nicht vom Tisch ist. Wichtig wäre es, bei der zukünftigen Planung eine stadtbildverträgliche Gestaltung in den Vordergrund zu stellen.

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